
Medienmitteilung vom 3.9.2020
Spurabbau Bellerivestrasse – Stadtrat provoziert Verkehrschaos
Stadtrat Richard Wolff hat gestern über den Spurabbau an der Bellerivestrasse informiert. Die Hauptverkehrsachse soll während sechs Monaten als Versuch von vier auf zwei Spuren reduziert werden. Im Rahmen der vom Tiefbaumt durchgeführten Workshopserie hat die IG Bellerue von Anfang an die zugrunde liegende Verkehrsstudie in Frage gestellt. Die darin enthaltenen Szenarien zum Verkehrsfluss sind realitätsfremd. Der halbjährige Testversuch wird ein Verkehrschaos auslösen. Leidtragende sind die anliegenden Gemeinden, Quartiere und das Gewerbe.
Die vom Tiefbauamt vorgestellte Studie behauptet, dass die Bellerivestrasse auch zweispurig funktioniere und durch einen Abbau keine Kapazität beim motorisierten Individualverkehr verloren gehe. «Die IG Bellerue stellt die Ergebnisse der Verkehrsstudie infrage und hat wesentliche Parameter mehrmals beanstandet», sagt Pia Guggenbühl, Co-Präsidentin IG Bellerue und Gemeinderätin Küsnacht. Im Stossverkehr bewegen sich täglich Tausende von Fahrzeugen zwischen Tiefenbrunnen und Bellevue. Wir, als anliegende Unternehmer, Anwohner und Gemeinden, sind der Überzeugung, dass der Spurabbau zu wesentlich mehr Schleichverkehr und Lärmbelastung in den anliegenden Gemeinden und städtischen Wohnquartieren führen wird.
Obwohl von der IG Bellerue gefordert, hat das Tiefbauamt darauf verzichtet, die umliegenden Quartiere und Gemeinden in ihre Berechnungen für den Umfahrungsverkehr mit einzubeziehen. Mit der Messtation auf Höhe Seepolizei Tiefenbrunnen wird zum Beispiel der gesamte Rückstau in Richtung Zollikon ausgeblendet. Der vom Tiefbaumt postulierte Zeitverlust im Morgenverkehr bezieht sich somit lediglich auf das Stadtgebiet Tiefenbrunnen-Bellevue. Der MIV wird zwangsläufig seinen Weg suchen – Leidtragende sind das Seefeld Mühlebach, Weinegg, Hirslanden und Zollikerberg.
Nicht nur die zahlreichen nichtbeteiligten Parteien fühlen sich vom Vorgehen des Tiefbauamts überrumpelt, sondern auch IG Bellerue als Workshopteilnehmerin. Im Februar hat das Tiefbauamt in Aussicht gestellt, den Pilotbetrieb in einem dritten Workshop zu besprechen und Lösungen aufzunehmen, wie der Schleichverkehr abgefedert werden könnte. Nun werden mit einem sechsmonatigen Testbetrieb vollendete Tatsachen geschaffen.
Die IG Bellerue hat im Tiefbauamt-Workshop klar beanstandet, dass die Grundlagen für einen Testbetrieb nicht ersichtlich sind und hat sich deshalb der Stimme enthalten. Wir erwarten, dass der Stadtrat die Bedürfnisse aller Anwohnerinnen und Anwohner, des Gewerbes und der umliegenden Quartiere und Gemeinden berücksichtigt. Die IG Bellerue stellt sich klar gegen einen solchen Versuchsbetrieb, weil es zu einem Verkehrschaos führt.
Medienkontakt:
Pia Guggenbühl, Co-Präsidentin IG Bellerue, Gemeinderätin Küsnacht
079 566 60 10 - pia@guggenbuehl.info
Katja Brändle, Co-Präsidentin IG Bellerue
079 832 43 47 – braendle@corelation.ch